Wenn „nachhaltig” zum Risiko wird
Die Contentkolonie auf dem csrTag in Alpbach
Bergpanorama, frische Luft, ein vollbesetzter Saal. Und mitten in der Diskussion ein einziges Wort, das plötzlich alle nervös macht.
„Nachhaltig.”
Diese Woche waren Lutz, Stefan und Herbert zu Gast beim csrTag von respACT – austrian business council for sustainable development – im Congress Centrum Alpbach. Das Thema, das die Räume füllte: die EmpCo-Richtlinie. Und die Frage, was sie für Unternehmen bedeutet, die grüne Kommunikation nicht als Imagepflege betreiben, sondern als echten Teil ihres Handelns.
Ein Begriff. Ein Datum. Eine neue Realität.
Seit dem 27. September gilt: Wer in seiner Unternehmenskommunikation Umweltaussagen macht – „nachhaltig”, „ressourcenschonend”, „CO2-neutral”, „klimafreundlich” – muss diese an derselben Stelle belegen und erklären können. Nicht irgendwo im Nachhaltigkeitsbericht. Nicht in einer Fußnote zwei Klicks weiter. Direkt daneben, unmittelbar nachvollziehbar.
Die EmpCo-Richtlinie (RL 2024/825) macht aus freundlichen Marketingversprechen rechtlich prüfbare Aussagen.
Wer nicht belegen kann, riskiert Abmahnungen.
Alpbach: Ein Raum voller Menschen, die es ernst meinen
Beim csrTag sitzen keine Greenwasher.
Wer dort hinkommt, hat Nachhaltigkeit zum Beruf gemacht – und meint es auch so. Genau deshalb war die Diskussion so intensiv.
Denn die EmpCo-Richtlinie trifft nicht zuerst die, die Nachhaltigkeit als Marketingstrategie missbrauchen. Sie trifft auch die, die wirklich etwas tun – aber es bisher nicht präzise genug kommuniziert haben.
Das war der Nerv, den der csrTag getroffen hat.
Die Fragen, die die Panels füllten
Drei Fragen dominierten die Diskussionen – und alle drei klingen einfach, sind es aber nicht:
„Was bedeutet das jetzt für unsere Kommunikation?” Müssen Texte, Social-Posts, Websites komplett überarbeitet werden? Ab wann gilt was für wen?
„Müssen wir uns von diesen Begriffen verabschieden?” Kurzantwort: Nein. Aber unbelegt stehen lassen darf man sie nicht mehr.
„Wie machen wir unsere Kommunikation EmpCo-sicher?” Das ist die eigentliche Arbeit. Und hier fangen die meisten Unternehmen erst an zu verstehen, wie viel Prüfaufwand das bedeutet.
Nein, Sie müssen „nachhaltig” nicht aus dem Wortschatz streichen
Das ist wichtig zu betonen. Die EmpCo-Richtlinie verbietet keine Umweltaussagen.
Sie fordert, dass sie stimmen – und belegbar sind.
Wer sagt, sein Produkt sei „nachhaltig produziert”, muss zeigen, was das konkret heißt. Ein zertifiziertes Verfahren? Messbare CO2-Reduktion? Ein anerkannter Standard? Das reicht. Aber es muss an derselben Stelle stehen – als klarer, unmittelbarer Beleg.
Die Richtlinie erzwingt Präzision. Das ist unbequem. Und gleichzeitig eine echte Chance für alle, die ihrem Anspruch auch gerecht werden.
Was die CK-Analyse leistet – und warum ein KI-Prompt nicht reicht
Lutz und Stefan haben in Alpbach nicht nur über das Problem gesprochen. Sie haben gezeigt, wie eine verlässliche EmpCo-Analyse aussieht.
Der Unterschied ist entscheidend. Ein Prompt in ChatGPT oder Claude analysiert nach dem Blackbox-Prinzip. Keine Nachvollziehbarkeit darüber, welche Kriterien angelegt wurden. Die Ergebnisse variieren von Lauf zu Lauf. Sogenannte „Geistertreffer” – Fundstellen, die kein echtes Problem darstellen – lassen sich nicht herausfiltern. Für ein Thema, das abmahnrelevant ist, ist das keine tragfähige Grundlage.
Die CK-Analyse funktioniert anders: Sie lokalisiert Risiken nach Schweregrad – hoch, mittel, klein – mit konkreter URL oder Seitenzahl. Sie begründet paragraphengenau, warum jeder Treffer ein rechtliches Problem darstellt. Sie liefert konkrete Umformulierungsvorschläge für jeden einzelnen Befund, direkt umsetzbar. Und sie tut das konsistent: reproduzierbar, nachvollziehbar, vertretbar.
Verlässlichkeit ist kein Nice-to-have, wenn das Thema so sensibel ist.
Ein Tag in den Bergen, der mehr Fragen aufgeworfen hat als beantwortet. Aber das ist bei EmpCo so gewollt.
Denn wer jetzt die richtigen Fragen stellt – Welche unserer Aussagen halten einer Prüfung stand? Was ist echte Substanz, was war bisher guter Wille? – ist auf dem richtigen Weg.
Guter Wille reicht nicht mehr.
Danke an alle für die offenen Gespräche in Alpbach – und an das Team von respACT für eine Veranstaltung, bei der man spürt, dass das Thema bei den Richtigen angekommen ist.